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Die Geschichte Von Backgammon(Nach der 1970 veröffentlichten Ausgabe von The Backgammon Book von Oswald Jacoby und John R. Crawford. Im August 2000 zusammengestellt von Michael Crane mit Widmungen an die Autoren und Herausgeber.) Die Geschichte von Backgammon ist lang, kompliziert, nicht restlos geklärt? und faszinierend. Der genaue Ursprung des Spieles ist nach wie vor unbekannt, obwohl es zu diesem Thema zahlreiche (geistreiche und abwegige) Erklärungen gibt.
Vom Knochen zum Würfel Backgammon ist ein Würfelspiel und Würfelspiele wurden in allen Erdteilen erfunden. Ursprünglich warfen die Priester eines Stammes Tierknochen und sagten aus ihrer Konstellation die Zukunft vorher. Da das Weissagen eine recht gewagte Sache ist, dauerte es nicht lange, bis auch andere Menschen Knochen warfen und auf das Ergebnis wetteten.
Der Zusammenhang zwischen diesen Knochen und unseren Würfeln ist leicht auszumachen. Unsere Vorfahren schnitzten Spielknochen mit vier, sechs, acht, zwölf oder auch zwanzig Flächen. Aber aus zwei offensichtlichen Gründen hat sich das sechsseitige Gebilde, der Würfel, (mit einer Zahl oder einem Bild auf jeder Seite) bald allgemein durchgesetzt. Der erste Grund ist, dass ein Würfel relativ einfach anzufertigen ist. Der zweite Grund besteht darin, dass sich die Würfelform besonders gut zum Würfeln eignet. Eine Pyramide bleibt liegen, wo sie landet; ein Oktaeder oder ein Gebilde mit sogar noch mehr Flächen rollt lange weiter. Nach der Erfindung des Würfels dauerte es nicht lange, bis er dafür verwendet wurde, Spielsteine über ein Brett zu bewegen. Derartige Spiele gab es in allen Kulturen und einige davon sind möglicherweise frühe Vorfahren des Backgammon-Spiels. Frühes Glück in Mesopotamien Der früheste mögliche Vorfahr des Spiels, den man bislang gefunden hat, wurde vor rund fünftausend Jahren von den Sumerern entwickelt, die im südlichen Mesopotamien (heutiger Irak) lebten. In den 1920-er Jahren grub Sir Leonard Woolley, ein britischer Archäologe, die chaldäische Stadt Ur aus, die laut Bibel die Heimatstadt von Abraham war. In der Grabstätte der Könige fand er fünf Spiele, die eine gewisse Ähnlichkeit mit unseren modernen Backgammon-Brettern aufwiesen. Diese Bretter waren aus Holz gefertigt, enthielten feine, in Bitumen gesetzte Intarsien aus Perlmutt, Knochen, Lapislazuli, rotem Leim und rotem Kalkstein und waren mit Tieren und Rosetten verziert.
Bald nach Woolleys Entdeckung fanden Archäologen in einem anderen Teil des alten Mesopotamien ein ähnliches Spielbrett. Dieses war zwar weniger prunkvoll; doch unter dem Brett entdeckten die Archäologen zwei sauber angeordnete Sätze von Spielsteinen und Würfeln. Der eine Satz bestand aus einfachen schwarzen Quadraten, in die fünf Punkte aus Lapislazuli eingesetzt waren. Der andere enthielt Quadrate aus Perlmutt, in die Vignetten eingraviert waren. Offenbar hatte jeder Spieler sieben Figuren und sechs Würfel. Das Spiel der Pharaonen Es gibt Beweise dafür, dass die ägyptischen Pharaonen mehrere tausend Jahre später ein Brettspiel spielten, das ebenfalls ein Vorfahre von Backgammon gewesen sein könnte. In der Grabkammer von Pharao Tutenchamun im Tal des Nil und in der damaligen ägyptischen Kolonie Enkomi auf Zypern wurden Bretter gefunden, die etwa 1500 v. Chr. entstanden. Ein Brett ist mit dem Namen von Königin Hatschepsut beschriftet. Ihm waren Spielsteine mit Löwenköpfen, dem uralten Symbol der Königswürde, beigefügt. Die Wandmalereien zahlreicher ägyptischer Grabkammern zeigen Menschen, die dieses Spiel spielen. Es war offenbar also bei den gemeinen Leuten ebenso beliebt wie beim Adel. Allerdings unterscheidet sich das ägyptische Spiel in vielerlei Hinsicht vom modernen Backgammon. Die Ägypter hatten einen raffinierten Gegenstand, um dem wir sie beneiden könnten: einen mechanischen Würfelbecher. Die Würfel wurden in dieses Kästchen gelegt, geschüttelt und auf den Tisch geworfen. Auch die alten Ägypter spielten um Geld und erfanden dieses Gerät zum Schutz vor Betrügern (diesem Wahrzeichen jeder höheren Zivilisation). Die Griechen und Römer übernahmen das Gerät später in ihren Versionen des Spiels. Indien oder China? Woher stammen nun aber die frühesten Versionen von Backgammon? Wir wissen es nicht und werden es vielleicht niemals wissen. Am wahrscheinlichsten sind Indien und China, die beiden Zivilisationen, von denen wir die meisten Spiele geerbt haben. Beide Kulturen brachten ein reines Geschicklichkeitsspiel hervor. Die Inder das Schachspiel. Die Ähnlichkeit zwischen dem Spiel der Chinesen und dem der Inder war so groß, dass sie nur durch Handelsbeziehungen über den Himalaja hinweg erklärt werden kann. Doch die Verbindung zwischen diesen beiden Schachversionen und Backgammon ist dünn.
Andererseits weist Backgammon eine so große Ähnlichkeit mit einem anderen indischen Spiel, Parcheesi, auf, dass die Vermutung nahe liegt, dass es sich dabei um einen frühen Vorfahren handelt. Parcheesi ist ein Brettspiel für vier Personen, bei dem jeder Spieler mehrere identische Figuren hat. Im Gegensatz zum modernen Backgammon befinden sich die Figuren bei Spielbeginn nicht auf dem Brett (wie beim Marinespiel Acey-Deucy und in einigen anderen Abarten von Backgammon). Bei Parcheesi macht ein Spieler, der einen Pasch würfelt, seinen Zug und würfelt dann noch einmal. Bei Acey-Deucy zieht ein Spieler, der eine 1 und eine 2 würfelt diese Augen und eine beliebige Wiederholung und darf dann noch einmal würfeln. Bei Backgammon wird eine doppelte Zahl viermal gespielt, was zwei Spielzügen entspricht. Das Ziel von Parcheesi besteht genau wie das von Backgammon darin, alle Figuren vom Brett ?abzutragen?. Und bei beiden Spielen muss der Spieler zuerst alle seine Figuren in sein Heimfeld bringen, bevor er mit dem Abtragen beginnen darf. Außerdem ist eine einzeln stehende Figur (ein Blot) in beiden Spielen eine Schwachstelle, da der Gegner dieses Feld anspielen und die Figur vom Brett schlagen kann. In beiden Spielen sind zwei oder mehr Figuren auf einem Feld in einer starken Position; bei Parcheesi sogar noch mehr als bei Backgammon, da der Gegner dieses Feld noch nicht einmal überspringen darf. Im Fernen Osten gibt es eine ganze Reihe verschiedener Backgammon-Versionen. In China gibt es ein als Shwan-Liu bezeichnetes Spiel. In Japan spielt man Sunoroku, eine Version ohne Bar. In Korea wird Sang-ryouk gespielt, in Thailand Len Sake oder Saka und in Malaysia Main Tabal. Letztlich ist alles griechisch Über das Mittelmeer ist das Spiel nach Westeuropa gelangt. Tausend Jahre nach den Ägyptern spielten die Griechen, jedenfalls die griechischen Patrizier, ebenfalls eine Form dieses Spiels. Platon erwähnt eine griechische Version und beschreibt seine Beliebtheit. Sophokles nennt Palamedes als Erfinder, der sich während der langen Belagerung von Troja angeblich die Zeit damit vertrieb. Homer erwähnt das griechische Spiel in der Odyssee. Herodot wiederum behauptet, es sei eine Erfindung der Lydier. Was das Glück angeht, empfanden die Griechen bei diesem und anderen Glücksspielen offenbar ähnlich wie wir heute. Sie nannten die 6, die auch damals schon ein guter Wurf war, ?Aphrodite? und die 1 einen ?Hund?. Alea iacta est In Rom war das Spiel bei den Patriziern lange Zeit sehr beliebt. Als Zeitvertreib hatte es einen ähnlichen Stellenwert wie der Circus Maximus und es wurde als der Sport der Könige bezeichnet. Bei den Ausgrabungen in Pompeji wurde im Innenhof der meisten Villen ein Backgammon-Tisch gefunden. In Rom war das Spiel unter drei Namen bekannt und wurde offenbar nicht mit zwei, sondern mit drei Würfeln gespielt. Es wurde als alea (Würfel), als tabulae (Tische) und, wegen der zwölf Spitzen auf jeder Seite des Bretts, beschreibend als ludus duodecim scriptorum (Zwölfzeilenspiel) bezeichnet.
Vielleicht hat Julius Caesar bei der Überquerung des Rubikon tatsächlich ?Alea iacta est? (die Würfel sind gefallen) gesagt. Es gibt jedoch keinen Nachweis dafür, dass er jemals tatsächlich ein Brettspiel gespielt hat. Anders sieht es bei anderen römischen Kaisern aus; einer hatte sogar ein spezielles Würfelzimmer. Laut Sueton war Kaiser Claudius von dem Spiel so angetan, dass er ein Buch darüber schrieb und auf seinem Streitwagen einen Tisch anbringen ließ, damit er auch unterwegs spielen konnte! Einigen Berichten zufolge war Domitian ein ausgezeichneter Spieler ? und Caligula betrog beim Spiel. Es gibt auch eine Reihe von Berichten (manche glaubwürdig, andere weniger) darüber, dass Marc Anton mit Kleopatra ludus duodecim scriptorum gespielt hat. Einige einfallsreiche Römer nutzen das Spiel offenbar auch für eine antike Version von Strip-Poker. Uns ist eine Glasmalerei erhalten geblieben, die einen jungen Mann und ein Mädchen vor einem Backgammon-Brett zeigt. Beide sind spärlich bekleidet und auf dem Boden liegen einige Kleidungsstücke Die Inschrift ?Devincavi? bedeutet ?Ich habe dich wohl geschlagen?. Nero, bekannt für seine Exzesse, soll das Spiel um den Gegenwert von 15.000 Dollar gespielt haben. Kaiser Commodus verwandelte den kaiserlichen Palast angeblich in ein einziges großes Spielcasino. Es wird berichtet, er habe einmal so viel verloren, dass er dem Staatsschatz eine große Summe entnahm, angeblich für eine Expedition in die afrikanischen Provinzen, sofort an den Spieltisch zurückkehrte und prompt alles verlor.
In Pompeji wurde eine faszinierende Wandmalerei gefunden, die eine Backgammon-Erzählung in zwei Szenen zeigt. In der ersten Szene streiten zwei Spieler wegen eines laufenden Spiels, und in der zweiten Szene sieht man den Wirt, der die beiden Streithähne aus seinem Lokal wirft. Offenbar war das Spiel in Rom bei den Gemeinen ebenso beliebt wie beim Adel.
In Rom wurde es in christlicher Zeit weiterhin gespielt. Unter den christlichen Kunstwerken in Rom wurde eine Marmortafel gefunden, in die ein Backgammon-Brett geschnitzt war: in der Mitte ein griechisches Kreuz und darunter die Inschrift, die grob übersetzt ?Unser Herr Jesus Christus schenkt Würflern Hilfe und Sieg, wenn sie seinen Namen schreiben und den Würfel werfen. Amen.? Die römischen Legionen müssen tabulae in das restliche Europa mitgebracht haben. Aber abgesehen davon, dass der Name im damaligen Britannien als ?tables? überlebte, scheinen die eroberten Länder das Spiel nicht eben begeistert aufgenommen zu haben,. Erst die Kreuzritter, die das Spiel aus dem Osten mitbrachten, sorgten für eine weite Verbreitung.
3.6 Gewähren und Fordern von Punkten in einem Spiel. Ein Spieler kann ein einfaches Spiel, Gammon oder Backgammon gewähren oder fordern, wenn er an der Reihe ist und bevor er würfelt. Dafür hält er beide Uhren an und macht das Angebot. Um das Angebot anzunehmen, sagt der Gegner ?accept? und setzt das Brett für ein neues Spiel zurück. Um das Angebot abzulehnen, sagt der Gegner ?reject? und ruft den Turnierleiter als Schiedsrichter herbei. Der Turnierleiter fordert den Gegner auf, das Angebot anzunehmen, sofern kein für ihn positiveres Spielergebnis möglich ist. Anderenfalls wertet der Turnierleiter das Angebot als ungültig und startet die Uhr neu. Ohne Gewähren oder Fordern wird das Spiel normal abgeschlossen, sofern es nicht durch das Ablehnen einer Verdoppelung endet. Nach dem Abtragen des letzten Steins hält der Spieler beide Uhren an und setzt das Brett neu. 4.0 Anhalten der Uhr 4.1 Ein Spieler hält beide Uhren an, um (a) ein neues Spiel zu beginnen, (b) eine Gewährung oder Forderung anzubieten, (c) anzukündigen, dass er zwischen zwei Spielen des Matches eine zulässige Pause einlegen möchte, (d) einen heruntergefallenen Würfel aufzuheben, (e) eine Aktion des Gegners anzufechten oder (f) den Turnierleiter zu rufen. 5.0 Strafen 5.1 Zeitüberschreitung Wenn die Zeit eines Spielers abgelaufen ist, wird der Turnierleiter gerufen. Wenn BRONSTEIN-UHREN verwendet werden, verliert ein Spieler, dessen Zeit abgelaufen ist, das Match. Wenn STANDARDUHREN verwendet werden, fügt der Turnierleiter dem Punktstand des Gegners für den ersten Verstoß des Spielers zwei Strafpunkte und für jeden weiteren Verstoß einen Strafpunkt hinzu, setzt die abgelaufene Uhr auf fünf Minuten zurück und ordnet die Fortsetzung des Spieles an. Strafpunkte können das Spiel sofort beenden. Bei einem Spiel, dessen Ausgang das Match beendet (zum Beispiel doppelter Match-Punkt), wird eine Schonfrist eingeräumt: Wenn die Uhr eines Spielers zum ersten Mal abläuft, setzt der Turnierleiter sie auf fünf Minuten zurück, ohne Strafpunkte zuzuweisen.
5.2 Eingefrorener Verdoppelungswürfel. Wenn einem Spieler durch die Zuweisung von Strafpunkten nur noch ein Punkt zum Matchgewinn fehlt, darf der Gegner in diesem und dem nächsten Spiel den Verdoppelungswürfel nicht verwenden.
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